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Länderinfos: Balearen

Die Balearischen Inseln (katalanisch Illes Balears, spanisch Islas Baleares) sind eine im westlichen Mittelmeer gelegene und zu Spanien gehörende Gruppe von 151 Inseln, die eine Autonome Region Spaniens bilden. Neben den vier großen bewohnten Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera umfassen die Balearen 147 unbewohnte Inseln, zu der auch die unter Naturschutz stehende Felseninsel Cabrera gehört. Größte Insel ist mit 3.684 Quadratkilometern Mallorca. Der Name der Inselgruppe leitet sich vom griechischen ballein- baliarides ab, womit in der Antike die gefürchteten Steinschleuderer Els Foners Balears der Inseln gemeint waren, die sich als Söldner auf den Kriegsschauplätzen der Antike verdingten.

Geographie

Die Balearischen Inseln sind die abgesprengte Fortsetzung des andalusischen Felsengebirges, das sich von Gibraltar über die Sierra Nevada hinzieht. Ein etwa 1.500 Meter tiefer Meeresgraben trennt die Inseln vom spanischen Festland. Die gebirgigen Inseln liegen zwischen 80 und 300 km östlich vom spanischen Festland entfernt.
Die eigentlichen Balearen umfassen die Inseln Mallorca, Menorca und Cabrera. Ibiza und Formentera bilden eine eigene Inselgruppe, die Pityusen, die aber politisch (und oft auch geographisch) zu den Balearen gezählt werden.

Bevölkerung

Die Bevölkerung in im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge der Entwicklung des Tourismus stark angewachsen, einerseits durch Arbeitsmigranten, die zunächst aus anderen Teilen Spaniens und in jüngerer Zeit zunehmend auch aus Lateinamerika, Afrika und Osteuropa kommen, andererseits durch vormalige Touristen vor allem aus mittel- und nordeuropäischen Ländern, die hier ihren Dauerwohnsitz nehmen.
Die einheimische Sprache der Inseln ist das Katalanische in mehreren inselspezifischen Varietäten (Mallorquinisch, Menorquinisch, Ibizenkisch). Es ist zusammen mit dem Spanischen Amtssprache.

Wirtschaft

Der wichtigste Wirtschaftszweig der Balearen ist heute der Tourismus. Die traditionelle Inselwirtschaft wie Fischfang, Ackerbau und Viehzucht ist dabei ins Hintertreffen geraten.

Bevölkerung

Vorgeschichte

Die Urbevölkerung der Balearen ist vermutlich von Südfrankreich aus eingewandert; erste Spuren menschlicher Siedlungen stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Die einzelnen Kulturphasen sind inzwischen gut erforscht (siehe Graphik).

Altertum

In der Antike hießen die Inseln Balearides oder Gymnesiae, man verstand darunter die Inseln Mallorca (Balearis major) und Menorca (Balearis minor). Sie waren zuerst von den Phöniziern abhängig; ihre Häfen und ihr Boden hatten Ruf. Die Einwohner (Balearici), zeichneten sich als Krieger, besonders durch ihre Geschicklichkeit im Schleudern großer Steine, aus und dienten zahlreich in den karthagischen wie später in den römischen Heeren.
Durch seeräuberische Unternehmungen erregten die Bewohner den Zorn der Römer; der Konsul Quintus Caecilius Metellus eroberte sie 123 v. Chr. und siedelte dort romanisierte Südspanier an, welche die Städte Palma und Polentia auf Mallorca gründeten, und erwarb sich so den Namen Balearicus.

Mitteralter

425 n. Chr. nahmen die Vandalen unter Gunderich die Inseln in Besitz; um 560 kamen sie unter das oströmische Kaisertum, von diesem an die Republik Pisa und 798 in die Hände der Mauren und gehörten dann zum Kalifat von Córdoba.
Mallorca und Ibiza wurden zwischen 1229 und 1235 unter Jakob I. von Aragón (katalanisch Jaume I.) zurückerobert (katalanische Eroberung), Menorca fiel unter seinem Nachfahren Alfons III.. Die Belearen gehörten nun ebenso wie Katalonien zur Krone Aragonien. Zeitweise bildeten sie zusammen mit Teilen Kataloniens einen von einer Nebenlinie des aragonesischen Königshauses regierten selbständigen Staat, das Königreich Mallorca. 1344 eroberte Peter IV. von Aragón die Balearen. Nun wurden die Inseln mit den Stammländern der Dynastie vereinigt. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragonien und Kastilien wurden sie schließlich Teil der spanischen Monarchie.

Neuzeit

1708 wurde Maó von den Briten erobert. Der Frieden von Utrecht (1713), mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, sprach Menorca dem britischen Empire zu. Dieses musste im Frieden von Versailles (1783) die Insel an Spanien zurückgeben, bis 1802 blieb sie jedoch britisch besetzt.
1833 wurde die spanische Provinz der Balearischen Inseln gegründet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es Ansätze einer regionalen Unabhängigkeitsbewegung, die sich jedoch nicht festigen konnte. Bereits 1931 wurde für die Provinz der Autonomie-Status vorgeschlagen, den sie allerdings erst 1983, nach dem Ende der Franco-Diktatur, erhielt.
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