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Länderinfos: Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Bundesstaat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Ferner grenzt Kanada an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon und an das zu Dänemark gehörende Grönland. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist.
Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Bundesstaat organisiert. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der frankophonen Kanadier und die Rechte der indigenen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Von den 9.984.670 Quadratkilometern sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche, von Kap Columbia auf der Ellesmere-Insel im Territorium Nunavut zur im Eriesee in Ontario gelegenen Insel Middle Island, beträgt 4.634 Kilometer. Die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die größte Insel ist die Baffininsel, welche gleichzeitig die viertgrößte Insel der Welt ist. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia. Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt. Dadurch verfügt das Land zudem über die größte ausschließliche Wirtschaftszone in Küstengewässern. Die jeweils 200 Seemeilen summieren sich insgesamt auf 3,7 Millionen Quadratkilometer ? rein rechnerisch entspräche dies 37 % der gesamten kanadischen Landmasse.
Die wichtigste kanadische Gebirgsregion ist das Western Cordillera Bergsystem in Britisch-Kolumbien, Alberta, Yukon-Territorium und den Nordwest-Territorien mit den Rocky Mountains, Coast Mountains und Mackenzie Mountains. Ein zweites wichtiges System verläuft entlang der Nord-Ost Küste von Ellesmere Island bis zu den Torngat Bergen in Quebec und Newfoundland und Labrador. Ein drittes großes Bergsystem sind die Appalachen und die Laurentinischen Berge im Osten Kanadas. Höchster Berg ist der 5.959 Meter hohe Mount Logan im Yukon-Territorium.
An der Westküste findet man maritimes Klima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte, vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten ausgeprägt, mit kalten Wintern, milden Frühjahren und Herbstmonaten und von Juli bis September oft sehr schwül-heißen Sommern mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Die arktischen Gewässer bieten Nahrung für Wale, Walrosse, Seehunde und für den halb-aquatilen Polarbären. In der Tundra gibt es Moschusochsen, Karibus, Wölfe, Polarfüchse und Lemminge; auch viele Zugvögel verbringen hier den Sommer, darunter Alke, Enten, Möwen, Seeschwalben und andere Seevögel. Die Wälder im Norden sind ein idealer Lebensraum für Karibus und Elche, Luchse, Schwarz? und Braunbären. Biber, Marder, Bisamratten, Nerze sind auch heute noch weitgehend Grundlage des Pelzhandels. Weiter im Süden findet man viele Wapitis, während es in dichter besiedelten Landstrichen vor allem kleinere Säugetiere, wie graue und rote Eich-, Backenhörnchen, Wiesel und Otter gibt. Zur artenreichen und gesangsstarken Vogelwelt zählen der Kardinal, der Waldsänger, der Baltimore-Pirol und die Spott-Drossel. In den Präriegebieten leben kleinere Tiere, wie Präriehasen, Taschenratten und das spitzschwänzige Rauhfußhuhn sowie die letzten Bisons und Pronghornantilopen. In den westlichen Bergen gibt es sehr gut angepasste Tierarten wie das Bighorn-Schaf und die Bergziege. Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zahlreichen Nationalparks und Naturreservaten unter Schutz. Größtes Schutzgebiet ist der 45.000 Quadratkilometer große Wood Buffalo Nationalpark im nördlichen Teil von Alberta und den Nordwest-Territorien, in dem zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten vertreten sind. Bemerkenswert ist der Bisonbestand mit etwa 6000 Tieren.
Der wichtigste Fluss Kanadas ist der Sankt-Lorenz-Strom (3058 km). Er dient Schiffen als Wasserstraße zwischen den Großen Seen und dem Atlantik. Heute werden jährlich Güter mit einem Gesamtgewicht von 40 Millionen Tonnen auf dem Sankt-Lorenz-Seeweg verschifft. Kanadas längster Fluss ist der Mackenzie (4241 km) in den Nordwest-Territorien. Weitere große Flüsse sind der Yukon und der Columbia, die teilweise auch in den Vereinigten Staaten verlaufen, der Fraser, der Nelson, der La Grande, der Churchill und der Manicouagan und sowie wichtigere Nebenflüsse wie der Saskatchewan, der Peace, der Ottawa und der Athabasca.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Ontario (2001: 11.897.600 Ew.) und Québec (2001: 7.397.000 Ew.) entlang des St.-Lorenz-Stromes, das heißt rund um Toronto, Montreal, Québec, Ottawa, London und Hamilton. 4.078.400 Menschen leben in Britisch-Kolumbien, 3.056.700 in Alberta, in Manitoba 1.151.300 und in Saskatchewan weitere 1.000.100 Menschen. Nunavut mit ca. 28.100 Einwohnern ist das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas.
Französisch wird hauptsächlich in Québec gesprochen (85 Prozent) sowie in Teilen von Neubraunschweig, den östlichen und nördlichen Teilen von Ontario, Saskatchewan, der Südküste von Neuschottland und im südlichen Teil von Manitoba. In Québec ist Französisch erste Amtssprache. Neubraunschweig betrachtet sich als zweisprachig. In Nunavut gilt Inuktitut neben Englisch als offizielle Amtssprache. Die erste Amtssprache aller anderen Provinzen und Territorien ist Englisch.
Alle Regionen haben nicht-englisch- oder französischsprachige Minderheiten, hauptsächlich Nachkommen der Ureinwohner, die Inuit und Indianervölker. Weitere bedeutende Sprachen sind Chinesisch mit ca. 854.000 Sprechern, Italienisch mit ca. 470.000 Sprechern, Deutsch mit ca. 438.000 Sprechern, Tamilisch mit 321.000 Sprechern sowie Punjabi mit 271.000 Sprechern. Fast alle Einwanderer und deren Nachkommen sprechen auch Englisch oder Französisch.
Jede Region verfügt über ein ausgedehntes Busnetz; die größte Busgesellschaft ist die Greyhound Bus Company, deren Streckennetz in Nordamerika 193.000 km umfasst. Greyhounds Go Anywhere Fare und der North America Discovery Pass gelten für unbegrenzte Busfahrten in einem bestimmten Zeitraum in ganz Kanada und in den USA oder in bestimmten Gebieten.
Kanada und Großbritannien teilen einen Abschnitt ihrer Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder haben dasselbe Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner, und von dort kommen nach den USA die meisten ausländischen Touristen, die Kanada besuchen. Die Verbindungen Kanadas zu anderen frankophonen Ländern sind in der Organisation internationale de la Francophonie institutionalisiert.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten eingewandert, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie starke ethnische Minderheiten.
Dieses kulturelle Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein ?inukshuk? aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuit-Kultur.
Spirituosen können nur in besonderen Spirituosengeschäften oder in Restaurants gekauft werden, die die Bezeichnung Licensed Premises tragen. Viele Restaurants gestatten ihren Gästen, eigenen Wein oder Bier mitzubringen. In den meisten Hotels, Restaurants und Bars gibt es eine gute Getränkeauswahl. Europäische und amerikanische Weine und Spirituosen werden angeboten, Kanadier ziehen jedoch meist ihren Rye Whisky (Roggenwhisky) vor. In den Bars wird am Tisch oder am Tresen bedient, man bezahlt im Allgemeinen jedes Getränk einzeln. Die Ausschankzeiten sind von Provinz zu Provinz verschieden, ebenso das Mindestalter für den Alkoholkauf (18 bzw. 19 Jahre).
Des Weiteren erfreuen sich auch Fußball, Curling und Baseball großer Beliebtheit.
Kanada wird 2010 die olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler ausrichten.
Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Bundesstaat organisiert. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der frankophonen Kanadier und die Rechte der indigenen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geografie
Lage
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde und fast so groß wie Europa. Das Land nimmt den größten Teil Nordamerikas ein. Der einzige unabhängige Nachbar sind die Vereinigten Staaten von Amerika.Von den 9.984.670 Quadratkilometern sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche, von Kap Columbia auf der Ellesmere-Insel im Territorium Nunavut zur im Eriesee in Ontario gelegenen Insel Middle Island, beträgt 4.634 Kilometer. Die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Landschaftsbild
Kanada ist geographisch sehr heterogen. Die geologische Basis der Atlantikprovinzen (Neufundland und Labrador, Prinz-Edward-Insel, Neuschottland, Neubraunschweig, Québec) sind alte, abgetragene Berge neben noch älteren Abschnitten des Kanadischen Schildes (oder auch Laurentischer Schild). Westlich und südlich liegen die Ebenen um den Sankt-Lorenz-Strom und die Großen Seen. Der Kanadische Schild umfasst eine ausgedehnte, geologisch alte Region mit einigen der ältesten Gesteine. Um die Hudson Bay gelegen, nimmt er fast 50 % des kanadischen Gebietes ein. Abgesehen von einigen niedrigen Bergen im östlichen Québec und in Labrador ist die Landschaft flach und hügelig. Das Gewässernetz ist dicht, die Entwässerung der Region erfolgt über eine Vielzahl von Flüssen. Die südliche Hälfte des Schildes ist mit borealen Wäldern bedeckt, während die nördliche Hälfte (einschließlich der Inseln des kanadisch-arktischen Archipels) jenseits der arktischen Baumgrenze liegt und mit Felsen, Eis und Tundrenvegetation bedeckt ist. Die östlichen Inseln des kanadisch-arktischen Archipels sind gebirgig, die westlichen dagegen flach. Westlich des Kanadischen Schildes breiten sich die inneren Ebenen aus. Präriegras ist die natürliche Vegetation des südlichen Teils der Prärieprovinzen Saskatchewan, Manitoba und Alberta. Der nördliche Teil dagegen ist bewaldet. Die kanadischen Kordilleren (der kanadische Teil der Rocky Mountains), die sich von nördlichen Yukon-Territorium bis zum Süden der Provinzen Britisch-Kolumbien und Alberta erstrecken, dominieren das westliche Kanada. Auf der pazifischen Seite verläuft das Küstengebirge in Nord-Süd-Richtung durch Britisch-Kolumbien, die Küstenlinie wird tief von Fjorden durchschnitten. Vor der Küste liegt Vancouver Island, ein Ausläufer des Küstengebirges.Die größte Insel ist die Baffininsel, welche gleichzeitig die viertgrößte Insel der Welt ist. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia. Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt. Dadurch verfügt das Land zudem über die größte ausschließliche Wirtschaftszone in Küstengewässern. Die jeweils 200 Seemeilen summieren sich insgesamt auf 3,7 Millionen Quadratkilometer ? rein rechnerisch entspräche dies 37 % der gesamten kanadischen Landmasse.
Die wichtigste kanadische Gebirgsregion ist das Western Cordillera Bergsystem in Britisch-Kolumbien, Alberta, Yukon-Territorium und den Nordwest-Territorien mit den Rocky Mountains, Coast Mountains und Mackenzie Mountains. Ein zweites wichtiges System verläuft entlang der Nord-Ost Küste von Ellesmere Island bis zu den Torngat Bergen in Quebec und Newfoundland und Labrador. Ein drittes großes Bergsystem sind die Appalachen und die Laurentinischen Berge im Osten Kanadas. Höchster Berg ist der 5.959 Meter hohe Mount Logan im Yukon-Territorium.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt das boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu ?35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Provinzen und Territorien sehr unterschiedlich. So wurden zum Beispiel im Winter 2004/2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing des Yukon-Territoriums gemessen.An der Westküste findet man maritimes Klima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte, vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten ausgeprägt, mit kalten Wintern, milden Frühjahren und Herbstmonaten und von Juli bis September oft sehr schwül-heißen Sommern mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Wichtige Städte
Von den ca. 32,7 Millionen Einwohnern leben 54,5 Prozent in den 30 größten Städten Kanadas. Toronto, eine Hafenstadt am Ontariosee und ein bedeutendes Produktionszentrum, ist mit 5,61 Millionen Einwohnern größte Stadt des Landes. Die Einwohnerzahl der Handelsmetropole Montreal beträgt 3,27 Millionen. Die dritte Millionenstadt ist Vancouver mit 2,13 Millionen Einwohnern. Weitere Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern sind Calgary (968.475 Ew.), die Bundeshauptstadt Ottawa (874.433 Ew.), Edmonton (822.319 Ew.), Québec (745.623), Hamilton (653.637 Ew.), und Winnipeg (632.069 Ew.).Flora und Fauna
Die nördliche Baumgrenze verläuft von der Ostküste Labradors über die Ungava-Halbinsel Richtung Süden entlang des Ostufers der Hudson Bay und setzt sich anschließend schlangenlinienförmig Richtung Nordwesten zum Unterlauf des Mackenzie und weiter nach Alaska fort. Nördlich der Baumgrenze gibt es kaum oder gar keinen fruchtbaren Boden (Tundra). Die Vegetation der südlichsten Tundragebiete besteht aus niedrigem Buschwerk, Gräsern und Riedgras. Die nördlichsten Gebiete sind zu weniger als einem Zehntel mit den für die Polarwüste typischen Moosen bedeckt. Südlich der Baumgrenze, über den gesamten Norden Kanadas von Alaska bis Neufundland, schließt sich eines der größten Nadelwaldgebiete der Welt an. Im Osten, von den Großen Seen bis zu den Küsten, wachsen hauptsächlich Mischwälder mit Zuckerahorn, Buchen, Birken, Kiefern und Hemlocktannen. Die Tiefebenen im äußersten Süden sind mit reinen Laubwäldern bedeckt. Hier gedeihen neben Hickorybäumen, Eichen und Ulmen Kastanien, Ahorn und Walnussbäume. In den westlichen Berggebieten sind die gemeine Fichte, Douglasie und Lodgepole-Kiefer am weitesten verbreitet, in Hochebenen wachsen außerdem Zitterpappel und Gelbkiefer. Die Vegetation der niederschlagsreichen Pazifikküste wird von Wäldern aus dichten, hohen Douglasfichten, westlichen Rot-Zedern und Hemlocktannen beherrscht. Das Prärieland ist zu trocken, um mehr als vereinzelte Baumgruppen hervorzubringen. Vom ursprünglich weiten, hügeligen Grasland ist heute nur noch wenig übrig; sie ist dem heute berühmten Weizengürtel Kanadas gewichen.Die arktischen Gewässer bieten Nahrung für Wale, Walrosse, Seehunde und für den halb-aquatilen Polarbären. In der Tundra gibt es Moschusochsen, Karibus, Wölfe, Polarfüchse und Lemminge; auch viele Zugvögel verbringen hier den Sommer, darunter Alke, Enten, Möwen, Seeschwalben und andere Seevögel. Die Wälder im Norden sind ein idealer Lebensraum für Karibus und Elche, Luchse, Schwarz? und Braunbären. Biber, Marder, Bisamratten, Nerze sind auch heute noch weitgehend Grundlage des Pelzhandels. Weiter im Süden findet man viele Wapitis, während es in dichter besiedelten Landstrichen vor allem kleinere Säugetiere, wie graue und rote Eich-, Backenhörnchen, Wiesel und Otter gibt. Zur artenreichen und gesangsstarken Vogelwelt zählen der Kardinal, der Waldsänger, der Baltimore-Pirol und die Spott-Drossel. In den Präriegebieten leben kleinere Tiere, wie Präriehasen, Taschenratten und das spitzschwänzige Rauhfußhuhn sowie die letzten Bisons und Pronghornantilopen. In den westlichen Bergen gibt es sehr gut angepasste Tierarten wie das Bighorn-Schaf und die Bergziege. Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zahlreichen Nationalparks und Naturreservaten unter Schutz. Größtes Schutzgebiet ist der 45.000 Quadratkilometer große Wood Buffalo Nationalpark im nördlichen Teil von Alberta und den Nordwest-Territorien, in dem zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten vertreten sind. Bemerkenswert ist der Bisonbestand mit etwa 6000 Tieren.
Seen und Flüsse
Kanada ist ein überaus seenreiches Land. 7,6% der kanadischen Landmasse sind mit insgesamt rund zwei Millionen Seen bedeckt. Allein die Binnengewässer haben zusammen mehr als das Doppelte der Fläche Deutschlands. 31 Seen besitzen eine Fläche von mehr als 1.300 Quadratkilometern. Zu den größten Seen gehören Großer Bärensee, Großer Sklavensee, Winnipegsee, Athabascasee sowie die Großen Seen, durch die mit Ausnahme des Michigansees, der ganz auf dem Gebiet der Staaten liegt, die Grenze zum südlichen Nachbarland verläuft. Der Anteil Kanadas an der Gesamtfläche der Großen Seen beträgt 37 Prozent. Der größte gänzlich in Kanada gelegene See ist der Große Bärensee mit 31.328 km² in den Nordwest-Territorien.Der wichtigste Fluss Kanadas ist der Sankt-Lorenz-Strom (3058 km). Er dient Schiffen als Wasserstraße zwischen den Großen Seen und dem Atlantik. Heute werden jährlich Güter mit einem Gesamtgewicht von 40 Millionen Tonnen auf dem Sankt-Lorenz-Seeweg verschifft. Kanadas längster Fluss ist der Mackenzie (4241 km) in den Nordwest-Territorien. Weitere große Flüsse sind der Yukon und der Columbia, die teilweise auch in den Vereinigten Staaten verlaufen, der Fraser, der Nelson, der La Grande, der Churchill und der Manicouagan und sowie wichtigere Nebenflüsse wie der Saskatchewan, der Peace, der Ottawa und der Athabasca.
Bevölkerung
Die letzte Volkszählung von 2001 ergab eine Einwohnerzahl von 31.021.300. Daraus errechnet sich eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², eine der geringsten der Welt. Die Bevölkerung konzentriert sich auf einem bis zu 350 km breiten Streifen entlang der Grenze zu den USA. Weite Teile des Nordens sind nahezu unbesiedelt. Fast vier Fünftel der Kanadier leben in Städten, die meisten in den Millionenmetropolen Toronto, Montreal, Vancouver und Ottawa.Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Ontario (2001: 11.897.600 Ew.) und Québec (2001: 7.397.000 Ew.) entlang des St.-Lorenz-Stromes, das heißt rund um Toronto, Montreal, Québec, Ottawa, London und Hamilton. 4.078.400 Menschen leben in Britisch-Kolumbien, 3.056.700 in Alberta, in Manitoba 1.151.300 und in Saskatchewan weitere 1.000.100 Menschen. Nunavut mit ca. 28.100 Einwohnern ist das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas.
Sprachen
Offizielle Landessprachen sind Englisch und Französisch mit einem Anteil von Muttersprachlern an der Bevölkerung von 56,3 Prozent bzw. 28,7 Prozent. 95 Prozent aller Quebecer sprechen Französisch (darunter 43 Prozent, die auch Englisch sprechen); 98 Prozent aller Kanadier außerhalb Quebecs können Englisch sprechen (darunter 8 Prozent, die auch Französisch sprechen).Französisch wird hauptsächlich in Québec gesprochen (85 Prozent) sowie in Teilen von Neubraunschweig, den östlichen und nördlichen Teilen von Ontario, Saskatchewan, der Südküste von Neuschottland und im südlichen Teil von Manitoba. In Québec ist Französisch erste Amtssprache. Neubraunschweig betrachtet sich als zweisprachig. In Nunavut gilt Inuktitut neben Englisch als offizielle Amtssprache. Die erste Amtssprache aller anderen Provinzen und Territorien ist Englisch.
Alle Regionen haben nicht-englisch- oder französischsprachige Minderheiten, hauptsächlich Nachkommen der Ureinwohner, die Inuit und Indianervölker. Weitere bedeutende Sprachen sind Chinesisch mit ca. 854.000 Sprechern, Italienisch mit ca. 470.000 Sprechern, Deutsch mit ca. 438.000 Sprechern, Tamilisch mit 321.000 Sprechern sowie Punjabi mit 271.000 Sprechern. Fast alle Einwanderer und deren Nachkommen sprechen auch Englisch oder Französisch.
Religion
Etwa 73,3 Prozent der kanadischen Bevölkerung gehört einem christlichen Glauben an (ca. 44 % katholisch, ca. 29 % evangelisch, ca. 0,16 % orthodox, ca. 0,25 % anderen christlichen Glaubens). Etwa 1,1 Prozent sind Juden und ca. 1 Prozent Buddhisten. Muslime stellen ca. 1,7 Prozent der Bevölkerung. Etwa 16,5 Prozent gehören keinem Glauben an.Tourismus
Mit 20 Mio. Touristen kommt etwa die gleiche Besucherzahl nach Kanada wie nach Deutschland. Die meisten Touristen sind US-Amerikaner und besichtigen den kanadischen Teil der Niagarafälle. Zu den attraktiven Zielen gehören auch die Nationalparks und die großen Städte.Verkehr
Allgemeines
Die Hauptverkehrsachse im Straßen-, Eisenbahn-, Luft- und Schifffahrtsverkehr verläuft entlang des Sankt-Lorenz-Stroms durch Ontario und Québec und verbindet Toronto, Montréal, Quebec City und Ottawa miteinander. Der gesamte Norden des Landes ist verkehrsmäßig nur unzureichend erschlossen.Straße
Vom Ballungsraum Toronto-Montréal aus bestehen Fernstraßenverbindungen nach Calgary, dem Zentrum des mittleren Westens, und nach Vancouver. Von Bedeutung sind Überlandbusse. Die längste Autobahn ist der 8000 km lange Trans-Canada-Highway, der von West (Victoria, Britisch-Kolumbien) nach Ost (St. John's, Neufundland) verläuft.Jede Region verfügt über ein ausgedehntes Busnetz; die größte Busgesellschaft ist die Greyhound Bus Company, deren Streckennetz in Nordamerika 193.000 km umfasst. Greyhounds Go Anywhere Fare und der North America Discovery Pass gelten für unbegrenzte Busfahrten in einem bestimmten Zeitraum in ganz Kanada und in den USA oder in bestimmten Gebieten.
Flugverkehr
Von Bedeutung ist der Inlandsflugverkehr. Ca. 75 Fluggesellschaften, darunter Air Canada, sorgen für regionale Flugverbindungen. Air Canada Jazz bedient Kanadas Osten und Westen. Air Transat fliegt auch auf innerkanadischen Strecken. In Westkanada fliegen Air BC (ZX) und Horizon Air, in Mittelkanada Air Alliance, Air Ontario (GX). Internationale Flughäfen befinden sich in Québec, Toronto, Montréal, Calgary, Edmonton, Halifax und Vancouver.Eisenbahn
Die Eisenbahn besitzt innerhalb des Großraumes Toronto-Montréal Bedeutung im Personen- und Güterverkehr, außerhalb dieses Gebietes beschränkt sich die Bedeutung auf den Massengüterverkehr und den Tourismus, vergleichbar den Schienenkreuzfahrten in Europa. Es bestehen zwei von Osten nach Westen verlaufende transkanadische Eisenbahnstrecken: die Canadian Pacific Railway und die Canadian National Railway. Betreiberin des Schienenpersonenverkehrs ist die VIA Rail Canada (Liste nordamerikanischer Eisenbahngesellschaften), der Güterverkehr wird von vielen privaten, regionalen Gesellschaften betrieben.Schifffahrt
Wichtige Seehäfen befinden sich in den Städten am Sankt-Lorenz-Strom und in Vancouver. Zudem besteht auf den Großen Seen eine bedeutende Binnenschifffahrt.Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft. Dies gilt weniger für die frankophonen Kanadier, deren Vorfahren bereits vor Jahrhunderten einwanderten: sie betrachten sich eher als alteingesessene Bevölkerung Kanadas, ihr Verhältnis zu Frankreich ist ambivalent.Kanada und Großbritannien teilen einen Abschnitt ihrer Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder haben dasselbe Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner, und von dort kommen nach den USA die meisten ausländischen Touristen, die Kanada besuchen. Die Verbindungen Kanadas zu anderen frankophonen Ländern sind in der Organisation internationale de la Francophonie institutionalisiert.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten eingewandert, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie starke ethnische Minderheiten.
Kultur der Ureinwohner
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen ?First Nations?/?premières nations?. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunst-Techniken wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch ?Eskimos? genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.Dieses kulturelle Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein ?inukshuk? aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuit-Kultur.
Essen und Trinken
Die Küstenregionen bieten eine Vielzahl von Fisch und Meeresfrüchten; Mittelkanada liefert landwirtschaftliche Produkte und ausgezeichnetes Rindfleisch. Der Kolonialeinfluss ist noch immer spürbar, und die meisten Restaurants in den Großstädten bieten europäische Gerichte an. Der französische Einfluss in Québec ist nicht zu übersehen, es gibt zahlreiche Restaurants mit französischer Küche.Spirituosen können nur in besonderen Spirituosengeschäften oder in Restaurants gekauft werden, die die Bezeichnung Licensed Premises tragen. Viele Restaurants gestatten ihren Gästen, eigenen Wein oder Bier mitzubringen. In den meisten Hotels, Restaurants und Bars gibt es eine gute Getränkeauswahl. Europäische und amerikanische Weine und Spirituosen werden angeboten, Kanadier ziehen jedoch meist ihren Rye Whisky (Roggenwhisky) vor. In den Bars wird am Tisch oder am Tresen bedient, man bezahlt im Allgemeinen jedes Getränk einzeln. Die Ausschankzeiten sind von Provinz zu Provinz verschieden, ebenso das Mindestalter für den Alkoholkauf (18 bzw. 19 Jahre).
Sport
Nationalsportarten sind Lacrosse (im Sommer) und Eishockey (im Winter), wobei Eishockey Teil der Kultur und Identität Kanadas ist. Die Kanadier sind amtierender Olympiasieger und gemeinsam mit Russland bzw. der Sowjetunion Rekordweltmeister im Eishockey. Sechs kanadische Mannschaften spielen zudem in der NHL, die wohl zu Recht als die beste Eishockey-Liga der Welt gilt. Es sind dies die Vancouver Canucks, die Edmonton Oilers, die Calgary Flames, die Toronto Maple Leafs, die Ottawa Senators und die Canadiens de Montréal. Viele Kanadier spielen zudem in der DEL (Deutsche Eishockey-Liga) und sind dort Topspieler ihrer jeweiligen Teams.Des Weiteren erfreuen sich auch Fußball, Curling und Baseball großer Beliebtheit.
Kanada wird 2010 die olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler ausrichten.
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