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Länderinfos: Kuba

Kuba (span. Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Im Nordwesten hat die Insel einen Küstenstreifen zum Golf von Mexiko, die gesamte Nordküste liegt jedoch am Atlantischen Ozean.

Geographie

Kuba ist die größte Insel in der Karibik. In der Rangfolge der größten Inseln der Welt liegt sie auf Platz 15. Das Nachbarland im Norden sind die USA mit ihrem Bundesstaat Florida. Im Nordwesten liegt der Golf von Mexiko, im Westen die mexikanische Halbinsel Yucatán. Kuba ist großteils eben, mit Hügellandschaft und Bergen hauptsächlich im Südosten. Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1.974 m ü. NN) in der Sierra Maestra. Havanna ist die größte Stadt Kubas und Hauptstadt der Insel. Die nächstkleineren Städte sind Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey.
Im Südosten der Insel befindet sich der Marinestützpunkt der US-Marine Guantanamo Bay. Dieser Teil der Insel ist 1903 von einer früheren vorrevolutionären kubanischen Regierung de facto auf unbegrenzte Zeit an die USA verpachtet worden.

Klima

Das Klima ist tropisch. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober. Im Osten Kubas entstand der Nationalpark Parque Nacional Alejandro de Humboldt, der die vier östlichsten Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo umfasst. Das Gebiet schützt viele wichtige Ökosysteme zu Land (68.890 ha) und zu Wasser (2.250 ha), wie die Küste mit ihren Mangroven und vorgelagerten Riffen, die küstennahen Trockenwälder und die höher gelegenen und niederschlagsreichen Regenwälder mit dem 1.168 Meter hohen Gipfel des El Toldo. Der Nationalpark wurde im Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Bevölkerung

Auf Kuba leben etwa 11 Millionen Menschen, davon über 2 Mio. in der Hauptstadt Havanna. Die Bevölkerung wuchs in den letzten 40 Jahren kontinuierlich um rund 1 Mio. je Jahrzehnt. Die Ursachen für das Bevölkerungswachstum liegen in der hohen Lebenserwartung aufgrund der guten medizinischen Versorgung und der geringen Kindersterblichkeit von 6,33 Kinder je 1000 Geburten als der zweitniedrigsten in Amerika nach Kanada. Damit wird die mit 1,6 Kindern pro Frau niedrigste Geburtenrate Lateinamerikas und der zweitniedrigsten der westlichen Hemisphäre nach Kanada kompensiert. Die niedrige Geburtenrate resultiert aus häufigen kostenlosen Abtreibungen aufgrund medizinischer oder sozialer Indikation. Jede dritte Schwangerschaft wird künstlich abgebrochen.
Eine Reihe Kubaner emigrierten nach der Revolution in die USA und besonders nach Florida. Einwanderer kommen aus ärmeren karibischen Ländern wie Haiti oder Jamaika.

Bevölkerungsgruppen

Schätzungen zufolge ist die Bevölkerung etwa zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter Abstammung (Mulatten). Daneben existiert noch eine chinesische Minderheit. Von der indigenen Bevölkerung, den Arawak, gibt es keine Nachkommen. Menschen verschiedener Abstammungen leben konfliktfrei zusammen.
Homosexualität wird auf Kuba von staatlicher Seite nicht mehr unterdrückt. Ab Ende der achtziger Jahre sprachen sich Fidel Castro und die Vorsitzende der kubanischen Frauenförderation (Federación de Mujeres Cubanas) Vilma Espín öffentlich gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben aus. Jedoch ist Homosexualität in Teilen der katholisch geprägten Bevölkerung immer noch verpönt.

Religionen

Durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden sollte.
Als Kubas Hauptreligion gilt neben dem Katholizismus die Santería, eine Mischreligion. Sie basiert auf der animistischen Religion der westafrikanischen Yoruba und ist stark mit christlichen Elementen vermischt. Die tatsächlichen Anhängerzahlen sind schwer zu ermitteln, da sie offiziell nicht erfasst werden. Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erfreut sich die Santería in den letzten Jahren sogar staatlicher Förderung.
Die Katholiken bilden - vermutlich nach der Santería - die stärkste Religionsgemeinschaft Kubas. Einigen Schätzungen zufolge sind etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter jedoch auch viele Santería-Anhänger. Andere Schätzungen gehen von höheren Zahlen aus. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich.
Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche protestantische Gemeinden entstanden, auch 89.000 Zeugen Jehovas werden inzwischen gezählt.
Katholische Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad del Cobre (Barmherzige Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und der Liebe Ochún steht.

Provinzen

Kuba ist in 14 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt:
1. Isla de la Juventud 2. Pinar del Río 3. La Habana 4. Ciudad de la Habana 5. Matanzas 6. Cienfuegos 7. Villa Clara 8. Sancti Spíritus 9. Ciego de Ávila 10. Camagüey 11. Las Tunas 12. Granma 13. Holguín 14. Santiago de Cuba 15. Guantánamo

Tourismus

Der Beginn des Massentourismus auf Kuba wurde durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten ausgelöst. Kuba wurde ein beliebtes Reiseziel der US-Amerikaner, da es nah an Florida lag und keinen Beschränkungen des Glücksspiel und der Prohibition wie in den USA unterlag. Durch das in Folge der kubanischen Revolution verhängte US-Embargo konnten keine Gäste aus dem vorher wichtigsten Herkunftsland nach Kuba ausreisen. Nur eine geringere Zahl von Gästen, besonderes aus der Sowjetunion und den Ostblockstaaten reisten in den folgenden dreißig Jahren nach Kuba. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der wirtschaftlichen Krise in Kuba suchte die Regierung neue Devisenquellen für Kuba. Mit Hilfe international tätiger Tourismusunternehmen wurden seit Anfang der 1990er Jahre Joint-Venture gegründet, welche Hotels und touristische Einrichtungen hauptsächlich in den Haupttourismusgebieten errichteten und betreiben. Die hohen Trinkgelder in Devisen lockten viele hochqualifizierte Kubaner in Jobs des Tourismusgewerbes. Touristikmitarbeiter werden auch speziell an Universitäten des Landes mit eigens eingerichteten Studiengängen ausgebildet. Der heutige Pauschaltourismus konzentriert sich auf wenige Gebiete, insbesondere Varadero, die Region Havanna, das Valle de Viñales, Cayo Coco und die Nordküste bei Holguín (Playa Guardalavaca). Durch die hohe Anzahl an Ärzten und ein entwickeltes Gesundheitssystem bietet Kuba gute Voraussetzungen für Gesundheitstourismus. Touristen verbinden ihren Ferienaufenthalt mit einer medizinischen Behandlung oder reisen für Spezialbehandlungen wie Augenoperationen und Zahnarztbehandlungen nach Kuba. Heute hat der Tourismus eine Spitzenstellung in der Wirtschaft des Landes bekommen und ist die wichtigste Einnahmequelle für Devisen geworden.

Infrastruktur

Die kubanische Infrastruktur durch die Sonderperiode zu Beginn der 1990er schwer getroffen. Durch den Zusammenbruch der UDSSR und des Ostblockes waren kurzfristig keine Ersatzteile mehr verfügbar und Treibstoff konnte nur noch auf dem Weltmarkt gegen Devisen beschafft werden. Der öffentliche Verkehr mit Zügen und Bussen musste deshalb stark eingeschränkt werden. Folgende Strategien wurden entwickelt:
* Einweiser an wichtigen Knotenpunkten, die Fahrzeuge mit der maximal möglicher Personenzahl besetzen * Umstellung auf ökologische Transportmittel wie Fahrradrikschas (Bici-Taxi) und Pferdekutschen * Nachrüstung von Fahrzeugen mit spritsparender (manueller) Schubabschaltung * Einsatz von durch Zugmaschinen gezogenen zum Personentransport umgebauten Aufliegern (Camello)
Durch die wirtschaftliche Erholung Kubas hat sich die Situation inzwischen weitgehend normalisiert.

Schienenverkehr

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrocarriles de Cuba betreibt das einzige Eisenbahnnetz auf einer karibischen Insel. Es gehört zu den ältesten weltweit (seit 1836) und umfasst ca. 4000 km (ohne Strecken für Zuckertransport), siehe Artikel zur Eisenbahn auf Kuba

Straßenverkehr

Kuba verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, welches durch den geringen Motorisierungsgrad nur schwach befahren ist. Überlandbusse werden durch die Unternehmen Astro und Viazul betrieben.

Flugverkehr

Die kubanischen Fluggesellschaften Cubana,Aerogaviota und Aero Caribbean betreiben vom Flughafen Havanna José Martí als Drehkreuz aus ein dichtes Netz aus Inlandsflügen, sowie Auslandsflügen z.B. nach Kanada, Mexiko und Spanien. siehe auch: Liste der Flughäfen Kubas

Schifffahrt

Die Bedeutung der Schifffahrt beschränkt sich auf Fährverbindungen zur Isla de la Juventud und weiteren vorgelagerten Inseln, sowie Fähren über die Hafenbuchten von Cienfuegos und Havanna

Telekommunikation

Das italienisch-kubanische Joint Venture der ETECSA baut ein modernes Telekommuniaktionsnetz in Kuba auf. Größere Orte verfügen über ein Telegraphenamt mit Internetarbeitsplätzen. Das Mobilfunknetz (Kennung C_Com) deckt alle größeren Orte ab. Roaming ist für Vertragskunden deutscher Mobilfunkanbieter möglich.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kuba aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.